Impuls

 

Von einem alten chinesischen Kaiser wird berichtet, dass er das Land seiner Feinde erobern und sie alle vernichten wollte. Später sah man ihn mit seinen Feinden speisen und scherzen. "Wolltest du nicht die Feinde vernichten?" fragte man ihn. "Ich habe sie vernichtet", gab er zur Antwort, "denn ich machte sie zu meinen Freunden!"
Eine überraschende Eroberungstaktik: Feinde zu Freunden machen und sie so zu „vernichten“. Ich wünschte mir, dieses Beispiel würde sich in unserer Welt durchsetzen und zum Vorbild im Umgang miteinander in Konflikten werden. Unsere Welt würde eine andere werden. Aber es ist leider nur ein Wunsch. Die Wirklichkeit sieht anders aus: jeden Tag sehen oder erleben wir Streit und Unfrieden. Manchmal sind wir sogar direkt betroffen und leiden selber darunter. Manchmal gehören wir sogar zu den Verursachern. Rechthaberei, die Angst zu kurz zu kommen, Rücksichtslosigkeit, Egoismus, das sind nur einige der Ursachen, die zu Auseinan-setzungen und Krieg führen und den Frieden verjagen. Und wenn der Unfriede erst einmal seinen Platz eingenommen hat, setzt er sich fest und regiert unser Denken und Tun. Dabei ist gleichzeitig die Sehnsucht und der Wunsch nach Frieden in unserer Welt groß. Ein Dilemma? Gibt es einen Ausweg? Eine Antwort finden wir in der Bibel im 34. Psalm. Da heißt es: „Wer möchte sich nicht am Leben freuen und seine Tage im Glück zubringen? Dann hüte deine Zunge vor böser Nachrede und deine Lippen vor verlogenen Worten. Halte dich fern vom Bösen und tue Gutes! Suche den Frieden und setze dich dafür ein!“

Wer sich den Frieden wünscht, der muss ihn suchen. Er kommt nicht von allein. Wir müssen selber aktiv werden und die Suche beginnen. Wo beginnt die Suche? Nicht beim Anderen sondern bei mir selbst – so macht uns der Psalmbeter den deutlich. Die Suche nach Frieden beginnt bei mir, bei meinem Reden über andere, meinem Verhalten ihnen gegenüber und der Ausrichtung meines Denkens und Tuns. ‚Halte dich vom Bösen fern und tue Gutes.‘ Ein guter Rat für die Suche nach Frieden. Vermutlich hat ihn jener chinesische Kaiser beherzigt und viel mehr gefunden als er gesucht hat. Sich Frieden wünschen ist eine Sache, den Frieden suchen und sich für ihn einsetzen aber ist das, was aus dem Wunsch erst Wirklichkeit werden lässt. Vielleicht nicht immer, aber immer wieder. Jesus Christus beglückwünscht die Menschen, die den Frieden suchen und sich für ihn einsetzen und nennt sie Söhne und Töchter Gottes: „Glückselig sind die, die Frieden stiften. Denn sie werden Kinder Gottes heißen.“ (Matthäus 5,9). Wo können wir beginnen Friedensstifter zu sein? Das Suchen lohnt sich!
 
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Tischbein um 12.30 Uhr „Mühlacker Maultässle“                             
16.01.2019 © G.B.

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